Weiblichkeit jenseits von Definition
Wir sind nicht länger verfügbar für eine weitere Vorschrift darüber, wie eine Frau zu sein hat
Ganz ehrlich? Ich habe ein Problem mit dem, was heute unter Weiblichkeit verkauft wird.
Ein echtes Problem. Und eben nicht nur ein kleines Unbehagen.
Keine theoretische Meinungsverschiedenheit.
Wut. Echte, tiefe Wut.
Weil Frauen seit Jahrtausenden erklärt wird, wie sie zu sein haben.
Und weil dieselbe Kontrolle heute teilweise in einer weicheren Sprache zurückkommt.
Schöner verpackt.
Spiritueller.
Ästhetischer.
Mit Leinenkleid, Mondkalender und Räucherstäbchen.
Aber Kontrolle bleibt Kontrolle… auch wenn sie gut riecht.
Uns wurde gesagt:
Sei lieb.
Sei brav.
Sei angenehm.
Sei verfügbar.
Sei nicht zu laut.
Sei nicht zu fordernd.
Sei nicht zu viel.
Das ist weiblich.
Und heute heißt es:
Werde weicher.
Empfange mehr.
Lass dich führen.
Geh raus aus dem Machen.
Geh mehr in deine feminine Energie.
Sei magnetisch.
Sei offen.
Sei hingebungsvoll.
Das ist weiblich.
Nein. Ganz klar: NEIN!
Es reicht. Ehrlich.
Nicht noch eine Vorschrift.
Nicht noch eine Vorgabe.
Nicht noch ein System, das Frauen erklärt, wie sie korrekt Frau zu sein haben.
Nicht noch eine spirituelle Hierarchie, in der männlich mit Führung, Richtung und Handlung verbunden wird ~ und weiblich mit Empfangen, Warten und Hingabe.
Nicht noch ein Käfig.
Auch kein wunderschön verzierter.
Nein, dafür sind wir nicht mehr verfügbar.
Somatische Erfahrung
Spür kurz, bevor du weiterliest…
Nimm dir einen Moment für dich.
Leg eine Hand auf dein Brustbein.
Nicht, um dich zu beruhigen.
Nur, um dich zu spüren.
Und dann lass alles in dir einfach sein.
Was auch immer auftaucht… präsent sein möchte… lass es.
Bleib genau da.
Bei dir.
Und spüre…
Weiblichkeit ist keine Sammlung angenehmer Eigenschaften
Weiblichkeit ist nicht weich.
Nicht sanft.
Nicht empfangend.
Nicht zyklisch.
Nicht sinnlich.
Nicht nährend.
Nicht intuitiv.
Nicht hingebungsvoll.
Eine Frau kann all das sein.
Natürlich.
Sie kann weich sein.
Sie kann offen sein.
Sie kann empfangen.
Sie kann lieben, halten, nähren und sich hingeben.
Aber nichts davon definiert Weiblichkeit.
Denn in dem Moment, in dem Weiblichkeit über Eigenschaften definiert wird, entsteht ein Maßstab.
Dann kann eine Frau angeblich mehr oder weniger weiblich sein.
Dann kann sie richtig oder falsch Frau sein.
Dann wird ihr Frausein erneut geprüft.
An ihrer Stimme.
An ihrem Körper.
An ihrer Kleidung.
An ihrer Sexualität.
An ihrer Mutterschaft.
An ihrer Karriere.
An ihrer Härte.
An ihrer Weichheit.
An ihrer Fähigkeit, sich hinzugeben.
Und ganz ehrlich?
Wie kann eine Frau falsch weiblich sein, wenn sie doch allein durch ihre Existenz die verkörperte Weiblichkeit ist?
Wieso muss sie sich an Eigenschaften messen, die Männer definiert haben ~ um Frauen zu kontrollieren, einzuschränken etc…?
Und wieso unterwirft sich die Spiritualität demselben patriarchalen System?
Verdammt, echt jetzt, ich bin müde davon.
Ich bin müde von jeder Ordnung, in der Frauen wieder vor einer unsichtbaren Prüfungskommission stehen und beweisen sollen, dass sie Weiblichkeit korrekt verkörpern.
Weiblichkeit ist keine Prüfung.
Eine Frau ist kein Projekt.
Und ihr Frausein braucht kein Gütesiegel.
Die spirituelle Rolle ist noch immer eine Rolle
Das Witzige ist, die patriarchale Rolle ist inzwischen wenigstens erkennbar.
Lieb. Brav. Angepasst.
Aufopfernd. Verfügbar. Angenehm.
Die spirituelle Rolle ist raffinierter. Und oh ja, sie klingt nach Befreiung.
Nach Tiefe. Nach Rückkehr. Nach Heilung.
Nach einem heiligen Erinnern.
Aber strukturell funktioniert sie im Grunde ganz gleich.
Weich. Offen. Empfangend.
Magnetisch. Hingebungsvoll. Im Fluss. Im Vertrauen.
Und wieder wird einer Frau gesagt, wie sie sein soll.
Wieder wird bewertet. Wieder wird sortiert.
Wieder gilt eine Frau als „zu männlich“, wenn sie klar führt.
Zu hart, wenn sie Nein sagt.
Zu kontrolliert, wenn sie entscheidet.
Zu wenig verbunden, wenn sie nicht in Tränen ausbricht.
Zu sehr im Machen, wenn sie etwas erschafft.
Zu wenig weiblich, wenn sie nicht bereit ist, sich führen zu lassen… sondern selbst führt.
Das ist keine Freiheit. Nope.
Das ist alte Kontrolle in spiritueller Sprache.
Die Verpackung hat sich verändert. Doch der Zugriff nicht.
Eine Rolle wird nicht frei, nur weil sie heilig klingt.
„Eine Frau ist verkörperte Weiblichkeit ~ allein durch ihre Existenz.
Wie kann sie da jemals falsch weiblich sein?“
Ich bin wütend, wenn Weiblichkeit wieder zur Disziplinierung benutzt wird
Ja. Ich bin vedammt nochmal wütend.
Wenn Frauen erklärt wird, sie seien nicht „in ihrer Weiblichkeit“, weil sie ehrgeizig sind.
Wenn Klarheit plötzlich männlich sein soll.
Wenn Entscheidungskraft männlich genannt wird.
Wenn Führung männlich codiert bleibt.
Wenn weibliche Wut als unreguliert, aggressiv oder niederfrequent abgewertet wird.
Wenn eine Frau Grenzen setzt und man ihr erklärt, sie müsse mehr ins Vertrauen.
Wenn eine Frau handelt und man ihr sagt, sie sei zu sehr im Machen.
Wenn eine Frau nicht warten will und daraus mangelnde Hingabe gemacht wird.
Wenn Frauen beigebracht wird, ihre Kraft zu misstrauen ~ und das Ganze dann Heilung heißt.
Nein.
Das ist keine Heilung. Das ist Abrichtung.
Sanfter formuliert. Ästhetischer inszeniert.
Aber immer noch Abrichtung.
Denn was wird hier eigentlich reguliert?
Nicht ihre Energie. Sondern ihre Entscheidungsmacht.
Nicht ihre Weiblichkeit… nein, ihre Freiheit.
Nicht ihr Nervensystem… sondern ihre Bereitschaft, sich zu fügen.
Und genau das ist nicht mehr zeitgemäß.
Das geht gar nicht mehr.
Eine Frau ist keine Illustration eines energetischen Konzepts
Yin und Yang können wertvolle Bilder sein.
Empfangende und gebende Bewegungen auch.
Ruhe und Handlung.
Innen und Außen.
Öffnung und Richtung.
All das kann helfen, Dynamiken zu verstehen. Absolut.
Und genau dafür sind sie gedacht.
Aber aus einem symbolischen Prinzip folgt keine Verhaltensvorschrift für Frauen.
Nur weil Yin mit Dunkelheit, Innenraum oder Empfangen verbunden wird, heißt das nicht:
Eine Frau soll passiv sein. Ein Mann soll führen.
Eine Frau soll warten. Ein Mann soll handeln.
Eine Frau soll sich hingeben. Ein Mann soll Richtung geben.
Das ist eine kulturelle Interpretation eines energetischen Prinzips…
Ein symbolisches Prinzip wird biologisiert.
Dann psychologisiert.
Dann sozial vorgeschrieben.
Und plötzlich wird aus einer Bewegungsqualität wieder eine Rolle.
Eine Frau ist keine menschliche Illustration eines metaphysischen Modells.
Sie ist nicht verpflichtet, Yin zu performen.
Sie besitzt das gesamte Spektrum.
Ruhe und Richtung.
Empfangen und Handeln.
Halten und Beenden.
Öffnung und Grenze.
Zärtlichkeit und Zerstörung.
Liebe und Wut.
Sie ist alles. Sie ist ganz.
„eine Frau ist keine menschliche Illustration eines energetischen Prinzips.
Sie ist kein Teil, keine Hälfte. Nein. Sie ist das ganze Spektrum. Sie ist ganz.“
Weiblichkeit ist nicht das Gegenstück zur Macht
Für mich ist das ist wohl einer der tiefsten kulturellen Betrüge.
Macht wurde männlich genannt.
Führung. Klarheit. Entscheidung.
Zielgerichtetheit. Durchsetzung. Autorität.
Handlung.
Und der Frau blieben:
Beziehung. Fürsorge. Empfangen.
Anpassung. Emotionalität. Schönheit. Hingabe.
Eine sehr praktische Aufteilung.
Für wen, ist relativ leicht zu beantworten.
Denn eine Frau, die ihre Macht nicht als weiblich erkennt, wird sie entweder unterdrücken ~ oder sich dafür schämen.
Sie wird denken, sie verliere etwas von ihrem Frausein, sobald sie führt.
Sobald sie entscheidet.
Sobald sie fordert.
Sobald sie Grenzen setzt.
Sobald sie zerstört, was nicht mehr trägt.
Sobald sie unangenehm wird.
Aber eine Frau wird nicht männlich, weil sie entscheidet.
Sie fällt nicht aus ihrer Weiblichkeit, wenn sie führt.
Sie verliert ihr Frausein nicht, wenn sie kämpft.
Nicht wenn sie handelt.
Nicht wenn sie fordert.
Nicht wenn sie Nein sagt.
Nicht wenn ihre Macht für andere unbequem wird.
Nope. Macht ist kein männliches Eigentum.
Und weibliche Macht ist nicht die weichere, freundlichere, weniger bedrohliche Version davon.
Macht ist die Fähigkeit, Wirkung zu setzen.
Zu wählen.
Zu beenden.
Zu erschaffen.
Zu verweigern.
Zu führen.
Und weibliche Selbstführung bedeutet: Diese Macht wird nicht länger abgegeben.
„Macht ist die Fähigkeit, Wirkung zu setzen.
Und das entspricht Weiblicher Selbstführung.“
Weiblichkeit ist nicht nur Blüte
Kommen wir zum nächsten Teil, wie Weiblichkeit als Vorschrift verkauft wird…
Zuerst einmal, ich liebe Naturbilder… erkennst du an zahlreichen Szenen in den somatischen Initiations-Abenteuer…
Aber auch sie werden oft so lange zurechtgeschnitten, bis nur noch das Vermarktbare übrig bleibt.
Blüte.
Mondlicht.
Wasser.
Sanfter Regen.
Fruchtbarkeit.
Weiche Erde.
Schön.
Aber Natur ist nicht nur schön. Nope. Natur ist Geburt und Verfall.
Frühling und Winter.
Nahrung und Vergiftung.
Sanfter Regen und Flut.
Fruchtbarkeit und Fäulnis.
Wachstum und Zerstörung.
Ordnung und Chaos.
Schönheit und Grausamkeit.
Wer Weiblichkeit mit Natur verbindet, muss bereit sein, das ganze Bild zu tragen.
Nicht nur die Blüte… auch die Wurzel.
Nicht nur das Wasser… auch die Flut.
Nicht nur die Gebärende… auch die Beendende.
Eine Frau erschafft… und sie zerstört Formen, die dem Leben nicht mehr dienen.
Sie bringt hervor… und sie zieht zurück.
Sie nährt… und sie verweigert Nahrung.
Sie öffnet… und sie schließt.
Und genau das ist eben nicht unweiblich… das ist das Leben.
Wer Weiblichkeit nur als Blüte verehrt, hat ihre Dornen, ihre Stürme und ihre Verwesung nicht verstanden.
Hat ihre Ganzheit nicht verstanden…
Weibliche Wut gehört zur Weiblichkeit
Und dann natürlich das nach außen hin „unweiblichste“ Gefühl ~ niedrigschwindend & unpassend…
Die Wut. Nein, die weibliche Wut.
Weibliche Wut wurde nie zufällig unterdrückt… nein, natürlich nicht.
Sie war politisch unbequem.
Eine Frau, die ihre Wut nicht fühlen darf, erkennt schlechter, wo sie benutzt wird.
Wo ihre Grenze überschritten wird.
Wo sie sich selbst verrät.
Wo eine Ordnung nicht mehr tragbar ist.
Wo etwas beendet werden muss.
Wenn Wut keinen Platz hat, bleibt oft nur Traurigkeit.
Selbstzweifel. Erschöpfung. Anpassung.
Dann richtet die Frau die Energie gegen sich selbst, die eigentlich eine Grenze ziehen wollte.
Und verdammt ja, selbst in spirituellen Räumen passiert das weiter.
Wut sei maskulin.
Wut sei niedrig schwingend.
Wut zeige, dass du noch nicht geheilt bist.
Nein.
Ein dickes fettes Nein!!! (ja, mit 3 Ausrufezeichen)
Wut ist nicht automatisch Wahrheit. Natürlich nicht ~ aber, und das ist der springende Punkt, sie ist Information.
Sie sagt:
Hier stimmt etwas nicht.
Hier wurde etwas überschritten… übergangen…
Hier ist eine Grenze.
Hier muss etwas enden.
Eine Weiblichkeit, in der weibliche Wut keinen Platz hat, ist keine befreite Weiblichkeit.
Sie ist wieder nur die Version von Frau, die für andere angenehm bleibt.
Und dafür sind wir einfach nicht mehr verfügbar.
„Eine Weiblichkeit, in der weibliche Wut keinen Platz hat, ist keine Weiblichkeit.“
Hingabe ohne Selbstführung ist keine heilige Weiblichkeit
Und verdammt nochmal, noch so eine Vorschrift in hübsch verpackten Worten…
Hingabe wird als höchste weibliche Qualität gefeiert.
Aber Hingabe ist nur frei, wenn eine Frau sich auch nicht hingeben kann.
Wenn sie wählen kann.
Wenn sie Grenzen hat.
Wenn sie ihre Wahrnehmung behält.
Wenn sie jederzeit aufhören darf.
Wenn sie nicht verliert, wer sie ist, während sie sich öffnet.
Ohne Selbstführung wird Hingabe schnell zur Fortsetzung alter Konditionierung.
Ich trage mit. Ich vertraue. Ich lasse los. Ich folge. Ich bleibe offen. Ich mache mich weich.
Und irgendwann ist die Frau wieder weg… ist ihr Selbst verschwunden… angepasst, weichgespült, bevormundet.
Nur diesmal mit Räucherstäbchen… und spiritueller Maskierung.
Hingabe ohne Selbstführung ist Selbstaufgabe.
Punkt.
Hingabe ist erst dann Freiheit, wenn sie Entscheidung bleibt.
Sonst ist sie Unterordnung in spirituell schöner Sprache.
Weichheit ist eine Möglichkeit ~ keine Pflicht
Weichheit ist wundervoll.
Wenn sie frei ist.
Wenn sie gewählt ist.
Wenn eine Frau auch hart sein darf.
Wenn sie schließen darf.
Wenn sie abweisen darf.
Wenn sie kämpfen darf.
Wenn sie ihre Zähne zeigen darf, ohne dass daraus sofort ein Heilungsauftrag gemacht wird.
Eine Frau, die immer weich sein muss, ist entwaffnet… klein gemacht…
Weichheit ohne die Möglichkeit von Härte wird Anpassung.
Offenheit ohne Schließung wird Grenzenlosigkeit.
Mitgefühl ohne Trennung wird Selbstverrat.
Frei gewählte Weichheit ist Macht. Doch verordnete Weichheit ist Kontrolle.
Und ich möchte, dass wir endlich aufhören, diese verdammte Kontrolle Weiblichkeit zu nennen.
„Du musst nicht in deine Weiblichkeit kommen. Du verkörperst sie ~ allein durch deine Existenz.“
Du musst nicht in deine Weiblichkeit kommen
Dieser Satz hat mich immer wieder beschäftigt.
„Komm in deine Weiblichkeit.“
Als wäre sie ein Raum außerhalb von dir.
Als hättest du sie verloren.
Als müsstest du eine Frequenz erreichen.
Als gäbe es einen Zustand, in dem du endlich korrekt Frau bist.
Lass das bitte mal in dir wirken…
Als gäbe es einen Zustand, in dem du endlich korrekt Frau bist.
Echt jetzt?
Ganz echt?
Du bist eine Frau. Punkt.
Wie kannst du da falsch Frau sein?
Was wäre, wenn auch deine Härte weiblich ist?
Deine Kontrolle.
Deine Müdigkeit.
Deine Rationalität.
Deine Ambition.
Deine Unnahbarkeit.
Deine Lust.
Deine Wut.
Deine Angst.
Deine Klarheit.
Natürlich, nicht alles davon ist frei… nicht alles davon ist deine Wahrheit.
Nicht alles davon dient dir wirklich.
Manches ist Schutz. Manches Konditionierung. Manches Verletzung.
Aber, und das ist der springende Punkt, es ist deshalb nicht unweiblich.
Du kannst dich selbst verlassen.
Du kannst unterdrückt sein.
Du kannst angepasst handeln.
Du kannst weit weg von deinem Körper sein.
Aber du hörst nicht auf, Frau zu sein.
Du musst nicht in deine Weiblichkeit kommen. Denn du bist immer in deiner Weiblichkeit ~ einfach, weil du existierst.
Also, hör einfach auf, dein Frausein an einem vorgeschriebenen Ideal zu prüfen.
Auch Frauen kontrollieren Frauen
Kommen wir zu einem weiteren Problem…
Denn ja, verdammt, auch Frauen bewerten Frauen.
Ist so. Auch das haben wir so gelernt.
Also, es reicht nicht, den männlichen Blick zu verlassen und sich dann dem spirituellen Frauenblick zu unterwerfen.
Zu hart. Zu männlich.
Nicht weich genug. Nicht sinnlich genug. Nicht verbunden genug.
Zu karriereorientiert.
Zu wenig Mutter. Zu viel Mutter.
Zu sexuell. Nicht sexuell genug.
Zu angepasst. Zu wütend. Zu kontrolliert. Zu wenig im Fluss.
Die Bewertungsinstanz wechselt… doch das Gefängnis bleibt.
Und genau das müssen wir uns ganz offen & ehrlich ansehen.
Nicht alles, was in Frauenräumen passiert, ist automatisch frei von patriarchaler Struktur.
Im Gegenteil, und genau das ist das Erschreckende… auch Frauen geben patriarchale Normen weiter… nur diese meist in verkleiderter Form.
Spirituelle Worte. Erleuchtete Ideale.
Sie können andere Frauen dafür beschämen, dass sie nicht dem neuen Ideal entsprechen.
Das tut weh.
Gerade weil es aus Räumen kommt, die Freiheit versprechen.
Aber Wahrheit bleibt Wahrheit:
Eine Frau braucht keine kollektive Zustimmung zu ihrer Ausdrucksform.
Nicht von Männern. Nicht von Frauen.
Nicht von spirituellen Lehrerinnen.
Nicht von irgendeinem System, das behauptet, ihre Weiblichkeit besser zu kennen als sie selbst.
„Eine Frau braucht keine kollektive Zustimmung zu ihrer Ausdrucksform.“
Weiblichkeit braucht keine bessere Definition
So, wir könnten jetzt natürlich eine neue Definition erschaffen.
Weiblichkeit ist Naturgewalt.
Weiblichkeit ist Lebenskraft.
Weiblichkeit ist Schöpfung und Zerstörung.
Weiblichkeit ist Freiheit.
Weiblichkeit ist Wasser.
Weiblichkeit ist Wildheit.
Kraftvoll. Schön. Intensiv.
Doch genau das birgt dennoch eine Gefahr… denn jede Definition erzeugt ganz automatisch eine Grenze.
Ein Innen. Ein Außen.
Ein Richtig. Ein Falsch.
Einen Maßstab.
Und dann beginnt das Prüfverfahren von vorne.
Bin ich genug Naturgewalt?
Bin ich wild genug?
Bin ich zyklisch genug?
Bin ich schöpferisch genug?
Bin ich frei genug?
Bin ich wieder nicht weiblich genug?
Nein. Genau so kann es also nicht funktionieren.
Die Befreiung von Weiblichkeit endet nicht in der richtigen Definition.
Sie endet in der Beendigung der Definitionshoheit über Frauen.
Das ist der Systembruch.
Nicht eine neue Schablone… sondern das Ende der Schablone.
Weiblichkeit ist keine Performance
Eine Frau drückt Weiblichkeit nicht aus wie einen Stil… nope. Sie muss Weiblichkeit nicht verkörpern.
Weiblichkeit ist bereits ihre konkrete Erscheinungsform.
So wie sie hier steht.
Mit ihrem Körper.
Mit ihrer Geschichte.
Mit ihren Widersprüchen.
Mit ihrer Kraft.
Mit ihrer Begrenztheit.
Mit ihrer Göttlichkeit.
Mit ihrer Menschlichkeit.
Weiblichkeit existiert nicht über ihr als Idee, der sie entsprechen muss.
Weiblichkeit nimmt in ihr eine einzigartige Form an.
Eine Frau ist keine Repräsentantin von Weiblichkeit.
Weiblichkeit erscheint als diese Frau.
Nicht später… nicht erst, wenn sie geheilt ist… oder weich genug… oder wenn sie gelernt hat, zu empfangen… oder wenn sie ihre Wut transformiert hat… oder what ever…
Jetzt. Hier.
Als sie selbst.
Somatische Mini-Initiation: Ich entziehe mich der Definition
Nimm dir einen Moment für dich. Stell dich hin.
Füße auf den Boden. Nicht besonders… einfach hinstellen. Da sein.
Spür dein Gewicht. Dein Becken.
Deinen Brustkorb. Deine Kehle.
Dann hör die Sätze, die Frauen so gesagt werden:
Sei weicher.
Sei empfangender.
Sei nicht so laut.
Sei nicht so kontrolliert.
Sei nicht so hart.
Sei mehr im Vertrauen.
Sei weiblicher.
Spür, was dein Körper macht.
Wird die Kehle eng?
Der Bauch fest?
Kommt Wut?
Traurigkeit?
Widerstand?
Lass es da sein.
Nichts damit machen. Nicht transformieren. Nicht verarbeiten. Nicht wegdrücken.
Einfach nur wahrnehmen. Einfach nur spüren.
Und du so weit bist, dann sag laut:
„Ich stelle mein Frausein nicht mehr unter eine Vorschrift.“
Atme. Tief. Bewusst. Gerne auch laut.
Und noch einmal:
„Ich brauche keinen Beweis, keine Bestätigung, keine Definition meiner Weiblichkeit.“
Atme. Tief. Bewusst. Länger aus als ein.
Dann:
„Ich bin.“
Lass diesen letzten Satz in dir bewusst landen.
Als Beendigung.
Kein Prüfen mehr. Kein Vergleichen. Kein inneres Ausrichten an einer Vorlage.
Nur du.
In deinem Körper.
Mit allem, was da ist.
„Weibliche Selbstführung beginnt dort, wo die Definition für Weiblichkeit endet.“
Weibliche Selbstführung beginnt dort, wo die Definition endet
Ganz offen, ganz klar: Weibliche Selbstführung bedeutet nicht, die richtige Form von Weiblichkeit zu finden.
Sie bedeutet, keiner fremden Form mehr Autorität über dich zu geben.
Nicht der patriarchalen.
Nicht der spirituellen.
Nicht der gesellschaftlichen.
Nicht der romantisierten.
Nicht der ästhetischen.
Nicht der nächsten sogenannten weiblichen Wahrheit.
Selbstführung entsteht dort, wo du deine Wahrnehmung nicht länger unter eine Theorie stellst.
Wo du entscheidest. Wo du führst.
Wo du empfängst, wenn du empfangen willst. Wo du handelst, wenn Handlung wahr ist.
Wo du weich wirst, weil du weich sein willst. Wo du hart bleibst, weil deine Grenze Härte braucht.
Wo du dich hingibst, ohne dich aufzugeben. Wo du gehst, wenn etwas nicht mehr trägt.
Weibliche Selbstführung ist keine Performance von Weiblichkeit.
Sie ist die Rücknahme der Autorität über dein Frausein.
Und vielleicht ist genau das die Reife, die jetzt ansteht.
Nicht noch tiefer in irgendein Weiblichkeitsideal.
Sondern heraus aus jedem Ideal, das eine Frau kleiner, berechenbarer, angenehmer oder führbarer macht.
Dafür sind wir nicht mehr verfügbar
Wir sind nicht mehr verfügbar für Systeme, die uns erklären, wie wir als Frau zu sein haben.
Nicht für patriarchale.
Nicht für spirituelle.
Nicht für romantische.
Nicht für pseudowissenschaftliche.
Nicht für jene, die uns Freiheit versprechen und dafür Gehorsam verlangen.
Wir sind nicht mehr verfügbar für eine Weiblichkeit, die unsere Macht ausschließt.
Nicht für eine Weichheit, die uns entwaffnet.
Nicht für eine Hingabe, die uns unsere Autorität kostet.
Nicht für ein Empfangen, das in Wahrheit Warten bedeutet.
Nicht für eine Spiritualität, die männliche Führung mystifiziert und weibliche Unterordnung energetisch verklärt.
Nicht mehr.
Und für mich ist genau das Befreiung von Weiblichkeit.
Nicht die Erfindung einer neuen Rolle… nope. Die Beendigung der Rolle.
Weiblichkeit ist keine Rolle.
Weiblichkeit ist keine Eigenschaft.
Weiblichkeit ist keine spirituelle Performance.
Weiblichkeit ist keine Definition, der eine Frau entsprechen muss.
Ich bin.
Das ist Weiblichkeit.
„Ich bin. Das ist Weiblichkeit.“
Ich bin. Das ist Weiblichkeit.
Also, was wäre, wenn Weiblichkeit einfach keine weitere Erklärung braucht?
Sondern ganz einfach einen Entzug… deinen Entzug.
Von jeder Stimme, die dir sagt, wie du Frau zu sein hast.
Und was bleibt dann?
Ohne neues Ideal?
Ohne neue Rolle?
Ohne neue Performance?
Ohne neue Aufgabe?
Ja, genau.
Nur dein Körper.
Deine Wahrheit.
Deine Macht.
Dein Leben.
Ich bin. Das genügt.
Das ist Weiblichkeit.
Wenn du hier aufhörst, bleibt es eine Erkenntnis… eine verdammt wichtige, keine Frage.
Doch, wenn du tiefer gehst, wird es eine Erfahrung.
Andere Räume existieren ~ genau hier.
Nicht erklärend. Nicht führend.
Sondern so gebaut, dass du dir selbst nicht mehr ausweichen kannst.
Wenn du bereit bist, dich selbst zu führen, dann wähle, was dich genau in dem Moment ruft:

Initiationsreise in deine Souveräniät
Das Einstiegsabenteuer
für Selbstführung & mehr.
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